Katharina Arndt – Certain Things Never get Boring

ARTISTS: Katharina Arndt
Eröffnung: 12. Februar 2026 |
19:00
- 23:00 Uhr
Kunst
Laufzeit: 13.02.2026 -
05.04.2026
Öffungszeiten:

Donnerstag, Freitag, Sonnabend 16-19 Uhr
und nach Vereinbarung

Initiator*innen: Jan Kage
Eintritt: Eintritt frei
Ort: Kages GOLD, Friedelstrasse 29, 12047 Berlin
Links: https://katharina-arndt.com/

Sie tragen nachts Sonnenbrillen. Nicht als Schutz vor den Lichtern der Klubs, sondern damit ihnen nicht gleich alle in die Seele gucken können. Sie rauchen dabei viele Zigaretten und prosten sich zu. Sie feiern die Unvernunft. Sie stiften sich gegenseitig Sinn. Sie tun das nicht erst seit gestern. Certain things never get boring. Sie, das sind die Protagonisten der neuen Bilderserie von Katharina Arndt.

In Ihrer Ausstellung wirft Arndt einen Blick auf die Dinge, die man immer wieder und wieder gerne macht und die dabei nie langweilig werden. Davon gibt es zwar auch sehr viele gesunde und nicht autodestruktive wie zum Beispiel Äpfel, Sonnenuntergänge oder ins Feuer gucken. Die Malerin konzentriert sich in ihrer Motivwahl aber auf die ungesunden Dinge, die Spaß machen: Rauchen oder Rauschmittel aller Art.

Die ausgestellten Bilder werden begleitet durch vier Objekte und eine Leuchtschrift. „Totally Awesome – Stunning – Wow“ strahlt die Besuchenden als erstes an. Das Lustvolle, das Rauschhafte und Exzessive sind Thema. Das Außeralltägliche als Kontrapunkt zur Vernunft die These. Die ausgestellten Objekte sind als Essenz der Ausstellung gesetzt: Ein Aschenbecher mit Zigarettenstummeln, betrunkene Champagnergläser, eine Sonnenbrille und die Visitenkarte eines Drogentaxis.

Katharina Arndt hat in Braunschweig Bildhauerei studiert. Die Malerei hat sich die Künstlerin autodidaktisch angeeignet. Und genau das verleiht den Bildern eine besondere und  einzigartige Wirkung. Der Blick, den sie auf den sie umgebenden Alltag wirft ist scharf und präzise. Der Ausdruck hat einen – im ursprünglichen Sinne des Wortes – naiven Duktus: unverformt. Diese Ambivalenz schützt Arndts Kunst vor allzu großer Eindeutigkeit. Und dennoch ist sie klar und erzählend.

Der Rausch, der Exzess und die vollen Aschenbecher am Morgen danach stehen hier exemplarisch für das Berliner Nachtleben, für das die Stadt berühmt ist und das auch der Künstlerin nicht fremd ist. Allerdings ist angesichts der Schaffenskraft und Produktivität Katharina Arndts auch klar, dass sie zwar mitfeiert, aber auch genau observiert und den Tag im Atelier dazu zu nutzen versteht, diese Beobachtung in ein vielbeachtetes Werk zu überführen.

Vor zwei Jahren war der „Görlitzer Park“ Titel der Ausstellung in Jan Kages ehemaliger Galerie Kanya&Kage. Der Park ist inzwischen, wenn auch nicht gezähmt so doch fast eingezäunt. Arndts Bilder halten den Moment und Ort fest, der einmal das ganz Land in angenehmsten Schauder versetzte. Wollen wir hoffen, dass dies dem Nachtleben, das sie in ihrer aktuellen und ersten Ausstellung in Kages GOLD thematisiert nicht passieren wird.

Jan Kage, Februar 2026

 

Kages GOLD zeigt zeitgenössische Kunst. Gespeist aus dem von Jan Kage seit zwanzig Jahren geschaffenem Umfeld des Kunstraums SCHAU FENSTER und der Klubreihe PARTY ARTY präsentiert die Galerie Einzelpositionen besonders bemerkenswerter Künstler*innen aus Berlin und beyond.

Nächstes Event
Stoßlüften – Klasse Streuli Group Show